Mittwoch, 1. Januar 2020

Das Internet in der Hosentasche und ein Überfall am ersten Abend

Internet in der Hosentasche


Was ist passiert in den ersten Wochen in Südafrika? Eigentlich nichts - nichts, was sich lohnen würde, darüber zu berichten. Über kurz oder lang bekommt man da als Blogger und Geschichtenerzähler Probleme. Wer will schon einen Blog zum nichts lesen?........Obwohl?!

Irgendwann wird ja alles normal und man vergisst die Besonderheiten. Ich erzähle Euch einfach, wie ich das Land und die Menschen in den ersten Wochen wahrgenommen habe. 
Südamerika ist bei mir - schon weil wir die letzten Jahre viel Zeit dort verbracht haben - gedanklich noch viel näher als Südafrika. Und ich ertappe mich immer wieder, wie ich die beiden Regionen miteinander vergleiche, ja sogar sprachlich verwechsle. Südamerika, Südafrika .... klingt doch ähnlich. Oder?
Angekommen sind wir früh morgens in Kapstadt auf dem Flughafen - ausgeschlafen -  und bis zu unserem Anschlussflug nach East London hatten wir noch einige Stunden Zeit: für Edda die beste Gelegenheit, eine SIM-Karte, mit der wir das Internet empfangen können,  zu besorgen. Einen mobilen Router haben wir schon vor ein, zwei oder drei Jahren gekauft. Eigentlich eine tolle Sache, man hat immer sein eigenes Internet in der Hosentasche. Na ja, eigentlich die meiste Zeit in Eddas Handtasche. Aber mir ist das eigentlich egal, so lange Eddas Handtasche in der Nähe ist, bin auch ich connected. So funktioniert Partnerbindung heute.
Aber nun zu unserer SIM-Karte. Ich mache es kurz und schmerzlos. Ich habe die Karte rein gesteckt und wir hatten unser ganz persönliches Hosentaschen- bzw. Handtascheninternet. D.h. ganz so einfach war es dann doch nicht. Natürlich hatten wir keine Verbindung, auf Deutsch, wir waren nicht connected. Edda nicht und ich auch nicht. Natürlich, wir kannten das ja aus Südamerika. Also ich finde das ganze Internet ja eine tolle Sache. Aber wenn es nicht funktioniert dann..... ja, das kann ich gar nicht leiden, schon aus dem Grund, weil dann Edda stinkig ist. Da gibt es dann eine ganz enge Verbindung zwischen Edda und meiner Magensäure. So lange ich dann noch einigermaßen klar denken kann und überblicke, dass Edda eigentlich nichts dafür kann und ich schon gar nicht, mache ich die wahren Schuldigen aus. Die Programmierer, die verdampften Programmierer, die da irgend wo im Silicon Valley sitzen und keine Ahnung haben, wie das Internet funktionieren muss. Einschalten, funktionieren. Auch in Afrika, Punkt. Aber die sind ja nie da, damit man ihnen das mal klipp und klar sagen könnte. Während mein Saeurespiegel weiter ansteigt, erkenne ich den wahren Schuldigen. Es ist der Verkäufer, der uns diese nichtsnutzige Karte verkauft hat und immer noch völlig untätig vor uns rum steht. Mit allerletzten Beherrschung, aber schon einer leicht süffisanten Stimme, bringe ich ein „we are not connected“ heraus. Etwas anderes hatte ich in Afrika ja auch gar nicht erwartet. Der Verkaufer lacht ganz freundlich und sagt „ wenn du bezahlt hast, kannst du es benutzen“. Edda hatte die Kreditkarte schon gezückt, ohne dass ich es bemerkt hatte. Ein paar Sekunden später klingelt die Kasse und ich tippe tanner in mein iPhone und auf dem Display erscheint die gelbe Seite der Tanner AG. Das hätte ich nicht erwartet, schon gar nicht in Afrika. Jetzt stand ich da mit meinem übersäuerten Magen, murmelte eine Entschuldigung, obwohl der Verkäufer natürlich nicht wusste, wofür ich mich entschuldigte. Gott sei Dank. Über den Rest des Flughafen gibt es nichts zu berichten, wir hatten jetzt ja Internet.

Übergewichtig

In unserem Hotel in in East London wurden wir von unserem normalen 28 qm Luxuszimmer in eine 80 qm große Luxus Suite Upgrade gebracht. Die Begründung: die normalen Zimmer sind ausgebucht. Im Hotel fand gerade ein Kongress statt. Wir hatten nichts dagegen, obwohl wir uns in der Suite beinahe verloren hätten. Normalerweise nichts, worüber es sich lohnen würde zu schreiben, wenn für uns die Hotelgäste nicht so ein ungewohntes Bild abgegeben hätten. Nicht dass 95 % der Gäste schwarz waren, schließlich sind wir in Afrika und wir waren schon oft Weiße unter Menschen mit einer anderen Hautfarbe. Was Edda und mich aber echt verwirrte, war die Tatsache, dass beinahe alle sehr stark beleibt waren, die Frauen noch mehr als die Männer. Sogar sehr, sehr, sehr vielmehr. Um was für einen Kongress es sich handelte, haben wir nicht erfahren und möchten auch gar nicht spekulieren. Außerhalb des Hotels war auch alles normal.


Überfall

Nachdem wir unseren Hiace aus dem Hafen in East London hatten, füllten wir unsere Gasflaschen und am nächsten Supermarkt bestückten wir unseren Kühlschrank und den Weinkeller.
Edda hat in ihrer Freude, dass wir mit unserem Hiace in Afrika sind, bei den Bananen vielleicht doch ein wenig übertrieben zugelangt. Bananen gehören halt irgendwie zu Afrika. Ich weiß es natürlich nicht mit letzter Sicherheit, aber ich vermute, davon wurde eine ganze Bande Affen angelockt. Edda hatte nur mal kurz nicht aufgepasst und sofort hat die Affenbande unser Auto geentert. Und auf was haben sie es abgesehen, natürlich auf die Bananen. Als Edda die Affen im Auto entdeckte, sassen zwei wie ägyptische Türwächter links und rechts an der Türe. Ich kenne das ja alles nur aus Eddas Erzählung. Der Vortester sass auf dem Fahrersitz, hatte sich gerade eine Banane geschält und war dabei sie zu testen, ob sie süß genug ist.. Offensichtlich hat sie ihm geschmeckt, denn er hat seinem Kollegen, dem Träger, ein Zeichen gegeben, dass der die Staude, die Edda für uns vorgesehen hatte, mitnehmen kann. Der Träger hat daraufhin die ganze Staude durch den Gang zum hinteren Ausgang geschleppt. Als Edda die Schrecksekunde überwunden hatte, begann sie, um die Bananen zu kämpfen. Die Affenbande hatte wohl schon mit so etwas gerechnet und hatte sich eine Strategie zurecht gelegt. Die beiden Torwächter sind, nachdem sie entdeckt wurden, mit Geschrei dem Bananenträger zur Hilfe geeilt Der Bananentester hat unter Riesengeschrei einen Kriegstanz auf dem Fahrersitz aufgeführt. Sein Ablenkungsmanöver hat jedenfalls funktioniert. Nachdem seine drei Kollegen mit der Bananaenstaude in Sicherheit waren, hat auch er sich auf den Rückzug gemacht. Seine halb aufgegessene Testbanane hat er natürlich mitgenommen.





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